WUK Theater Quartier
Halle (Saale)
Holzplatz 7a
06110 Halle (Saale)
kontakt@wuk-theater.de
www.wuk-theater.de
Verein „Werkstätten und Kultur Halle (Saale)“ e.V.
Der Verein „Werkstätten und Kultur Halle (Saale)“ wurde am 19.04.2017 gegründet und widmet sich der Wiederherstellung des Gebäudekomplexes und der Betreibung des ehemaligen Kulturhauses Kurt Wabbel als Spielstätte WUK Theater Quartier. Zudem ist im WUK Theater Quartier der Vereinssitz und die Geschäftsstelle des Netzwerks Freier Theater angesiedelt.
Das WUK Theater Quartier ist Halles größte Spielstätte für professionelles Freies Theater. Seit der Eröffnung der Spielstätte im November 2017 unter der künstlerischen Leitung von Tom Wolter und in enger Zusammenarbeit mit dem am Haus ansässigen freien ensemble p&s fanden folgende Kapitel statt:
#1 Hysterie – #2 Moskau, Moskau – #3 Kapitalismus – #4 Sicherheit – #5 Neu beginnen – #6 besser leben – #7 gewinnen verlieren – #8 Gott ist tot – #9 WBLCHKT – #10 sehr komische Zeiten – #11 sehr kosmische Zeiten – #12 melancholia – #13 Geschenk – #14 Kapitel X
In diesen Kapiteln stellt sich das Haus immer wieder neuen thematischen Schwerpunkten, zu denen eigene Produktionen erarbeitet, generationsübergreifende Werkstätten und Angebote durchgeführt, Kooperationen realisiert und Gastspiele eingeladen werden. Innerhalb der Kapitel setzt das Haus auf die Auseinandersetzung und Begegnung mit freien nationalen und internationalen Theatern und präsentiert spartenübergreifend zeitgenössische Kunst. Bei der Themenauswahl für die Kapitel bezieht es sich auf gesellschaftlich relevante Themen und Tendenzen, Schnittstellen zum Leben, Denken und Arbeiten in der Stadt Halle.
Spielorte des WUK Theater Quartier
Das WUK Theater Quartier verfügt über ein großes Außengelände mit drei Spielorten. Dort finden von Juni bis September Sommertheater statt. Im Januar 2019 wurde der große Saal des alten Kulturhauses teilweise freigelegt und bietet nun erstmals auf ca. 300 m² beste Möglichkeiten für Freie Darstellende Künste in Halle und Sachsen-Anhalt. Im Februar 2020 wurde der Erbbaupachtvertrag für das Gelände des WUK Theater Quartier mit der Stadt Halle mit einer Laufzeit von 50 Jahren geschlossen. Damit bietet sich erstmals eine stabile Perspektive für die weitere Entwicklung des WUK Theater Quartier.
Das WUK Theater Schiff
Durch erfolgreiche Einwerbung von NEUSTART KULTUR-Mitteln beim Fonds DaKu im Rahmen von #TakePlace hat der Verein das ehemalige Fahrgastschiff „Elfe” in Besitz genommen. Nach Umbauarbeiten unter der Leitung von Gunthard Stephan und in Zusammenarbeit mit Hannes Hesse und Polina Tretjakov vom Kollektiv 113Prozent wurde das Schiff am 02. Juli von Bürgermeister Egbert Geier auf den Namen „WUK Theater Schiff” getauft. Seitdem wird das Schiff als Ort der Künste genutzt. Auf und unter Deck finden Theatervorstellungen, Konzerte, Performances statt. Bisher konnten zudem einwöchige Residenzen vom Dresdner Kollektiv „go-plastic-company“ sowie movimentum mit Mitgliedern der OYA-Band realisiert werden.
Kooperationspartner
Das WUK Theater Quartier bietet Probenräume, Werkstätten und ist Kooperationspartner für professionelle freie darstellende Künstlerinnen und Künstler und Partner für viele in der Stadt ansässige Unternehmen und Organisationen, bspw. Zoo Halle, Radio Corax, Stadtwerke Halle, Deutsche Lebensrettungsgemeinschaft, Planetarium Halle, Stiftung Cyriaki et Antonii. Mit vielen Bildungseinrichtungen bestehen projektbezogene, teilweise mehrjährige Kooperationen. Das WUK Theater Quartier wurde durch die Universität Halle beauftragt das Studierendentheater der Universität durchzuführen, und kooperiert darüber hinaus unter dem Label NachWUKs und im kuratierten Format FUTUR mit NachwuchskünstlerInnen (emerging artists) aus Halle und Umgebung, um sie auf ihrem Weg in die Professionalisierung zu begleiten. Das WUK Theater Quartier ist seit 2018 Veranstalter des Brückenfest der Genzmer Brücke.
Theaterpreis des Bundes 2021
Für die Arbeit der letzten Jahre, in der das WUK Kooperationspartner und Plattform für die freien darstellenden Künste war, für die künstlerisch-inhaltliche Arbeit für die Spielzeit-Kapitel sowie das Online-Konzept während der Pandemie hat das WUK Theater Quartier den Theaterpreis des Bundes 2021 verliehen bekommen. Die Jury zeichnet das WUK Theater Quartier als „für die Szene Sachsen-Anhalts überlebenswichtiges Theaterhaus” aus, das sich in einem „konstanten Dialog mit der Stadtgesellschaft” befindet.
Bundesweite Netzwerkarbeit
Das WUK Theater Quartier ist Mitglied des Netzwerk Freier Theater (NFT) und hat als einziges Theater in Sachsen-Anhalt 12 Stipendien an freie KünstlerInnen im Rahmen des Programms #takecareresidenzen des Fonds Darstellende Künste vergeben.
Das WUK Theater Quartier ist Mitglied des Landeszentrum für Freies Theater Sachsen- Anhalt e.V. und der IG Freies Theater Halle.
NFT-Gastspiele
Residenzen #TakeHeart
Mit „ALEATORIK. GROTESK. KÖRPER.“ wird Kristina Buketova über das Netzwerk Freier Theater als Absolventin der Burg Giebichenstein Halle am WUK Theater Quartier residieren!
ALEATORIK. GROTESK. KÖRPER. – das Phänomen des unabgeschlossenen Körpers als unfertige Ästhetik wird in Frage gestellt. Die Abwesenheit des menschlichen Körpers, dessen Verschmelzung mit dem Objekt und deren Deformation wird untersucht.
Als weiteres Thema stehen DER GROTESKE KÖRPER und die wesentliche Frage im Raum: „Wie erreiche ich Disproportion und Verzerrung anhand technischer Verfahren?“ Das dritte Element Ihrer Recherche wird der „Zufall der szenischen Praxis“ und die Frage: „Ist Zufall eine Art Herstellung ästhetischer Artefakte oder ist es viel mehr?“ sein.
Ein Experiment zum Thema GROTESK und komische Situation, die gleichzeitig zwei völlig unabhängigen Reihen von Ereignissen angehört und so einen doppelten Sinn hat (nach Henri Bergson). Spontan entwickelt sich ein grotesk-absurdes Szenario. Eine Überraschung für den Zuschauer und Performer selbst. Situativer Wahrnehmungswechsel. Bewegung in Zeitlupe, die Schritte berechnen die Zeit und die schmale Fläche berechnet die Schritte. Text: Kristina Buketova,
Eine Recherche von Kristina Buketova in Kooperation mit dem WUK Theater Quartier. #TakeHeart – gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen von NEUSTART KULTUR.
Kristina Buketova
Kristina Buketova wurde 1988 in Estland geboren und studierte Malerei und Bildhauerei an der Burg Giebichenstein Halle. Aktiv im Bereich Performance und physisches Theater.
2019 Performances mit dem Künstler Marlon Riveron, Kuba. 2020 Tanzprojekt FLURSTÜCK mit dem Theater ANUK. 2021 Performance I CARE, WUK Quartier Theater Schiff, Halle
Alltag (in der Krise)
Alica Khaet
Alica Khaet ist auf der Suche nach den Situationen, die unseren Alltag mit seinen Herausforderungen und Veränderungen am besten bezeichnen und nach den Ausdrucksmitteln, die diese spezifischen Besonderheiten am besten darstellen. Mithilfe des Mediums Malerei versucht sie das Alltägliche, aus der Tiefe der unbewusst automatisierten Abläufe an die Oberfläche unser Aufmerksamkeit zu tragen.
Alica Khaet
Alica Khaet ist 1988 in Rostov am Don, Russland, geboren. 2009 kam sie nach einem mehrjährigen Aufenthalt in Israel nach Deutschland. Alica Khaet studierte in Kunst und Trickfilm in Jerusalem, Prag und Halle und schloß 2018 ihr Studium in Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle mit Diplom ab. Ihr künstlerisches Schaffen umfasst Grafik, Malerei, Trickfilm und performative/tänzerische Arbeit. Zusammen mit Anne Scholze und Kristina Buketova produzierte sie 2020/21 interdisziplinäres Stück „Gesucht und Verloren“ (WUK Theater Quartier, 2021), 2021/2022 stellte sie im Rahmen des Projektes „Migraartvisible“ eine künstlerische Recherche zum Thema Migration auf die Beine, mit insgesamt über 100 künstlerischen Positionen von etwa 20 KünstlerInnen. Außerdem stellt Alica Khaet regelmässig ihre Arbeiten deutschland- und europaweit aus.
Anfänge
Olaf Nachwey
Kein vorgegebenes Thema – das wünscht sich Olaf Nachtwey für seine #TakeHeart-Residenz. Es soll ein Raum für größtmögliche Freiheit entstehen. Ein Augenblick, über NICHTS nachzudenken. NICHTS will von den Anfängen erzählen. Über den Urzustand vor dem Etwas. Über den Moment, in dem wir die Menschen nicht mehr als Zentrum von allem sehen und die Spirale des Konsums nicht mehr als Antriebskraft für alles Werden und Sein. NICHTS will sich mit dem Theater beschäftigen, als es noch nicht Theater hieß. In NICHTS werden die Konventionen des Theaters beiseite gewischt für die Schaffung einer Atmosphäre, in der alles möglich ist, oder eben auch nicht. Darum: Der Titel des Projekts ist „Anfänge“.
Olaf Nachwey
Olaf Nachtwey (*1974) studierte Rechtswissenschaft an der MLU in Halle und Theater- und Musikmanagement an der LMU in München. Er arbeitet seit fast 20 Jahren an der Konzeption und Umsetzung von verschiedenen Kunst- und Theaterproduktionen Zu seinen Referenzen zählt die Leitung von Electric Renaissance innerhalb der Händel-Festspiele Halle (2005-2008), die Produktionsleitung der Theater- und Performancegruppen Showcase Beat Le Mot (seit 2008) und cobratheater.cobra (seit 2014) sowie für das FEstival OSTEN in Bitterfeld-Wolfen. Er arbeitete als künstlerische Produktionsleiter u.a. für das Residenztheater in München, Theater Rampe in Stuttgart, das dockville Festival Hamburg und für die Regisseurin Anta Helena Recke.
Die kulturelle Substanz in Ostdeutschland dürfe keinen Schaden nehmen, heißt es im Einheitsvertrag. In einem wachsenden Interviewpool gleichen Theaterschaffende diesen Anspruch mit ihren Beobachtungen ab. Sensibel für die Verschwommenheit von Erinnerungen sollen Formen der Aufarbeitung erprobt werden, die das Material zugänglich machen und zur Interaktion anregen. Wie kann ein lebendiges Archiv aussehen, dass sich digital und über die konkreten Orte erstreckt? Erinnerungen materiell und virtuell spürbar macht? Künstlerische Forschung und wissenschaftliche Praxis symbiotisch in Beziehung setzt? Die Zeitdokumente sollen systematisch erschlossen werden, um künstlerische Übersetzungen an der Schnittstelle zwischen Digitalität, Kunst und Archivarbeit zu ermöglichen. Während ihrer Residenz erarbeitet Lara Wenzel daraus eine Erinnerungstopografie, die ergebnisoffen virtuelle und analoge Archivoberflächen erprobt.
Eine #TakeHeart-Residenz von Lara Wenzel – gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der BKM, der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen von Neustart Kultur. Realisiert durch das Netzwerk Freier Theater und assoziierte Häuser sowie das flausen+bundesnetzwerk und Bündnis internationaler Produktionshäuser.
Lara Wenzel
Lara Wenzel, geboren 1998 in Rudolstadt, beendete 2020 ihren B.A. in Theaterwissenschaft an der Universität Leipzig. Seit diesem Jahr schreibt sie als freie Autorin u.a. für Theater der Zeit, neues deutschland und kreuzer. Sie ist Teil des feministischen Performance-Kollektivs IRIS X.




