Das Theater Rampe ist eine Plattform für zeitgenössisches Autor*innentheater, Performance, Tanz, Musik, soziales Handeln, Aktion im Stadtraum und Diskurs. Es erweitert die Theaterpraxis interdisziplinär durch Stadtraum-Bespielungen, breitgefächerte Kooperationen und partizipative Nachbarschaftsprojekte. Der Vielfalt zeitgenössischer Theaterpositionen gibt das Theater Rampe in Stuttgart eine Bühne. Seit März 2020 fungiert die hauseigene Bar Rakete als Webradio-Station und sendet ein vielfältiges popkulturelles Radio-Programm.
Kollaboration mit Initiativen und Institutionen in der Stadtgesellschaft und der Region sind fester Teil des Programms. Die Untersuchung des Verhältnisses zwischen Künstler*innen und diverser Publika ist eine wichtige Fragestellung in der Programmgestaltung. Das Theater Rampe verbindet sich darüber hinaus mit anderen Plattformen der freien darstellenden Künste. Es ist Teil von FREISCHMWIMMEN, Netzwerk freier Theater (NFT) sowie DIE IRRITIERTE STADT und engagiert sich bei DIE VIELEN und DAS BÜNDNIS.
In Eigen- und Koproduktion realisiert das Theater Rampe Uraufführungen, Stückentwicklungen und Autor*innenresidenzen, zeitgenössische Theatertexte sowie experimentelle Formate. In seinem Gastspielprogramm holt es überregionale Performances nach Stuttgart, schafft künstlerische Verknüpfungen, die der Stuttgarter Theaterszene wichtige Impulse geben. Auch für lokale Künstler*innengruppen ist das Theater Rampe Spielort und langfristiger Kooperationspartner.
Seit 2015 wird das Festival 6 TAGE FREI biennal vom Theater Rampe als kuratiertes „Festival der Freien Darstellenden Künste in Baden-Württemberg“ veranstaltet.
2019 wurde das Theater Rampe mit dem Theaterpreis des Bundes ausgezeichnet und das Volks*theater erweitert seither die Rampe um ein eigenes Ensemble von lokalen und überregionalen Nachbar*innen.
Das Theater ist untergebracht im Depot der „Zacke“, einer Zahnradbahn, die allabendlich ins Foyer des Theaters einfährt und dort parkt.
NFT-Gastspiele
Residenzen #TakeHeart
Klang ist eine Tür zur Transformation. Mittels des 392, einem Musikinstrument und einer Technologie um Künstler*innen verschiedener Genres gemeinsam sichtbar und hörbar zu machen, sollen Rituale des kollektiven Abschiednehmens erforscht werden. Dazu werden Performancenachlässe aber auch zeitgenössische Spielorte und Arbeitsmittel sonisch untersucht.
Bio
Klemens Hegen untersucht Entschuldigungen von Cis-männlichen Personen und deren Bezug zu Männlichkeitskonstruktion und Feminismus anhand von persönlichen Reflexionen, Interviews und Literaturrecherche. Im Zentrum stehen Fragen nach den Elementen sorgsamer und verantwortungsvoller formulierter Entschuldigungen, die zur positiven Transformation von Männlichkeitsbildern beitragen könnten.
Bio
Neben meinem Bett steht ein Topf mit einer Yucca-Palme. Sie ist ein neotropisches Spargelgewächs, was bedeutet, dass ihr Ursprung in Südamerika liegt. Mein Exemplar habe ich 1994 in Erfurt gekauft. Die Palme hat mich durch sieben Wohnungen in Österreich und Deutschland begleitet, ich habe sie mehrmals gestutzt und neu austreiben lassen. Pflanzen erzählen eine globale (= artspezifische) Migration und eine lokale (besitzerspezifische) Wanderung. Diese Recherche nimmt sich vor, in Kleingärten zusammen mit den Nutzer*innen eine herkunftsspezifische Aufschlüsselung der Pflanzenpopulation vorzunehmen.
Gibt es bei unseren Gartenpflanzen eine nennenswerte Gruppe lokalen Ursprungs? Was wächst wo am besten? Vertragen sich die „eingewanderten Pflanzen“ eher mit ebenfalls eingewanderten Arten, oder besser mit den schon heimisch gewesenen? Parallel dazu werden die Nutzer*innen nach den Vorgeschichten einzelner Pflanzen befragt: wie sie die Besitzer wechselten, Triebe weitergegeben wurden oder wie sich Arten gegen die Aussonderung wehren und aus dem Kompost „auferstehen“. Den Rahmen bilden Beobachtungen, welches Erscheinungsbild dem jeweiligen Garten durch seine*n Besitzer*in verliehen wird, welche Philosophie erkennbar ist. Aus den Erkenntnissen entstehen Gartenlandkarten mit der Struktur der Population. Eine weitere Ebene zeigt die Historien einzelner Pflanzenexemplare. Die abgebildeten Raumkonstellationen und Beziehungsgeflechte könnten Skizzen für eine Stückentwicklung sein.
Im Lauf der Residenz verlagerte sich der Schwerpunkt auf die Untersuchung der Ausbreitungsmethodik der Pflanzen und die Darstellung von Fortpflanzungspartikeln (Pollen) unter Verwendung des Bildmaterials, welches zur gleichen Zeit die Zeitungen füllte: Bilder von Krieg und Ausbreitung von Truppen. So entstanden Collagen, die Kriegsbilder in Verbindung bringen mit den Auskristallisierungen von Fortpflanzungsenergie.
Robert Atzlinger
Robert Atzlinger, geb 1965 in Wels, Österreich, absolvierte das Schauspielstudium am Bruckner-Konservatorium in Linz, und Dramaturgie-Workshops bei Stephan Teuwissen (Hdk Zürich). Seit 2001 arbeitet er freiberuflich im Bereich Schauspiel, Performance, Text und Dramaturgie mit Künstler*innen der freien Theaterszene zusammen. Ein Schwerpunkt in Robert Atzlingers Arbeit ist das Erzählende Theater mit seinen Möglichkeiten der Kontaktausformulierung mit dem Publikum.
Julian Mahid Carly untersucht alte TV-Formate seiner Kindheit und interessiert sich dabei für Details, Sehgewohnheiten und Anomalien, die ihn und sein künstlerisches Schaffen prägen. Als Fan, angehender Laiendarsteller, Drehbuchautor und Wutanfallhaber dekonstruiert er Bewegtbilder einer vergangenen Zeit um herauszufinden, wie man mit ihren toxischen Altlasten szenisch produktiv umgehen kann.






