Das LICHTHOF Theater versteht sich als Produktionshaus, Experimentierraum und Spielstätte für die Freien Darstellenden Künste in Hamburg. Künstler:innen aller Disziplinen entwickeln und zeigen hier Produktionen, die nah am Zeitgeschehen sind. Das Theater kooperiert mit Hamburger sowie überregionalen Gruppen und Spielstätten, fördert den breiten künstlerischen Austausch und setzt Impulse in der lokalen Szene.
WE PRESENT & WE PRODUCE
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Förderung des Nachwuchses. Absolvent:innen der Hamburger Ausbildungsinstitute finden Raum und Unterstützung in der Verwirklichung erster Projekte. Zum Beispiel im Rahmen von WE PRESENT, der Plattform für Vernetzung und Präsentation junger Hamburger Performance-Künstler:innen und experimenteller Musiker:innen oder durch die Prozessförderung
WE PRODUCE
Bürger:innenbühne
Aus der Überzeugung heraus, dass das Theater ein vitaler Ort gesellschaftlicher Auseinandersetzung ist, hat sich die „Bürger:innenbühne am LICHTHOF Theater“ inzwischen als feste Größe etabliert. Den Startschuss machte „Staging Democracy“ in der Spielzeit 2017/18. Seitdem findet jährlich eine neue Produktion statt, in der Menschen mit ihren vitalen Anliegen -„Expert:innen des Alltags“ – die Bühne erobern und mit professionellen Theatermacher:innen neue Theaterformate erarbeiten, die uns alle angehen.
#lichthof_lab
Nicht erst seit Corona sind Künstler:innen am LICHTHOF dazu eingeladen, den digitalen Raum ästhetisch zu erforschen. Im #lichthof_lab, der digitalen Bühne, zeigen sie, wie sich digitale Medien und Performance, Tanz und Theater gegenseitig befruchten können. Außerdem werden dort von vielen Veranstaltungen Streams und Live-Streams angeboten. Rund 130 Veranstaltungen pro Spielzeit finden ein neugieriges Publikum. Dafür sorgen neben elf festangestellten und weiteren freien Mitarbeiter:innen auch zahlreiche ehrenamtlichen Kräfte.
NFT-Gastspiele
Residenzen #TakeHeart
Bionik im theatralen Raum oder was wollen wir von der Natur lernen?
Gesine Lenz
Die Bionik beschäftigt sich mit dem Übertragen von Konstruktionen, Verfahren und Entwicklungsprinzipien biologischer Systeme auf die Technik. Dazu gehören auch Aspekte des Zusammenwirkens belebter und unbelebter Teile. Der Bionik liegt die Annahme zugrunde, dass die belebte Natur durch evolutionäre Prozesse optimierte Strukturen und Verfahren entwickelt, von denen der Mensch lernen kann.
Ich möchte diese Herangehensweise auf Bühnen- oder Rauminstallationen übertragen und sie um inhaltliche, soziale, ästhetische und formgebende Elemente erweitern.
Kann man Elemente, Formen, Materialien, Mechaniken aus der Natur in den theatralen Raum adaptieren, kopieren, oder eine Symbiose mit ihnen eingehen?
Anknüpfen möchte ich mit diesen Fragestellungen an eigene Bühnenbilder, bei denen ich bereits mit bionischen Elementen wie einem Spinnennetz (Der gestohlene Gott, 2017, Kampnagel), der Metamorphose zu einer Riesenkrake mit Fangarmen aus Noppenfolie (Auftauchen, 2013, Schauspiel Kiel) oder überdimensionierten Kirschlorbeerblättern (Adams Appeln 2019 Oldenburg) gearbeitet habe.
Gesine Lenz: Bühnenbild Materialrecherche
Gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen von NEUSTART KULTUR.
Gesine Lenz
Gesine Lenz arbeitet als freie Bühnen- und Kostümbildnerin
DAAD Stipendium – Bühnenbild Fausto y Margareta, ein theatraler Roadmovie nach Goethe, Montevideo
Rolf-Mares-Preis Bühnenbild Inszenierung Woolworld
Bühnenbild Die zweite Frau und Die Bondgirls, Rolf-Mares-Preis für Herausragende Inszenierungen
In Coding Realities erarbeite ich klassische Programmiermuster und suche dafür poetische, narrative, interaktive Übersetzungen. Dabei versuche ich die Grenzen meines Wissens performativ zu erweitern. Ausgehend von dem Software-Entwicklungs Buch „Design Patterns, Elements of reusable Object Oriented Software” geschrieben von Erich Gamma u.a. werde ich die darin beschriebenen Programmier-Design Patterns erlernen und gleichzeitig den Prozess des Verstehens und Scheiterns, aber auch der, des Erkenntnisgewinns künstlerisch sichtbar machen. Ziel ist es, durch Anordnungen einerseits ein paar der Software-Patterns zu lernen und andererseits Skizzen zu performativen, interaktiven Anlagen, Situationen, und Texte zum Thema Verstehen, Nicht-Wissen, Grenzen der Erkenntnis zu generieren. Meine künstlerische These dabei ist, dass die poetische Verhandlung mit dieser Art von Textgrundlage eine neue Form von situativem Verstehen eröffnen kann.
Künstlerin: Sarah Buser
Gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen von NEUSTART KULTUR.
Sarah Buser
Sarah Buser arbeitet als Regisseurin, Dramaturgin und Programmiererin an partizipativen, fiktiven Erfahrungsräumen und dem Sichtbarmachen von philosophischen Konzepten mit neuen Medien. Dabei legt sie Wert darauf, Form und Inhalt, Technologie und Dramaturgie als Wechselwirkung zu verstehen und das Potenzial der gegenseitigen Begünstigung künstlerisch zu nutzen. Sie studierte Philosophie, Germanistik und Dramaturgie in Basel und Zürich und ist seither in unterschiedlichen Kontexten u.a. Treibstoff Theatertage Basel, Kunsthalle Basel, Hauptsache Frei Hamburg, Ars Electronica Linz, Berliner Ensemble, ZK/U Berlin künstlerisch tätig. Sie unterrichtet an Kunsthochschulen und war zuletzt Fellow an der Akademie für Theater und Digitalität in Dortmund.
Eine Recherche über die Verortung zeitgenössischer Choreografie. Sie konzentriert sich auf den öffentlichen, den theatralen und den digitalen Raum. Wie lassen sich diese unterschiedlichen Umgebungen mit den spezifischen Bedingungen der Tanzkunst vereinbaren? Anpassung und Entfaltung aus körperlicher, gesellschaftlicher und praxisbezogener Perspektive sind hierbei künstlerischer Ausgangspunkt.
Bio
Die semipermeable Leinwand als lebendiges Relief
Video als Kostüm, Interaktionspartner und Bühnenbild
Frauke Aulbert
In Neuer Musik und Performance, aber auch im Theater wird Video als klassisches (erzählendes) Filmmaterial oder als Bühnenbild / eine Atmosphäre erzeugendes Medium eingesetzt. In dem vorliegenden Rechercheprojekt wird untersucht, ob und wie eine Leinwand als Spielpartner nicht nur als Bühnenbild, sondern auch als Kostüm und Interaktionspartner genutzt werden kann. Als eine Art lebendiges Relief agiert die Performer*in mit Gesicht/Kopf, Armen und Beinen durch die Leinwand hindurch, die die Körperteile an einigen Stellen durch Schlitze und Löcher hindurchlässt. Die Idee hierzu entstand über die Fotowände, die sich an Ferien- und Freizeitorten oder als Werbewände finden lassen. Zunächst werden eine Testleinwand und Testbilder hergestellt. Hierzu probiere ich verschiedene Materialien aus: Film, gemalte und anders (Collage) analog hergestellte Bilder, die dann wieder abgefilmt und teilweise animiert werden., z.B. à la Papierpuppen oder Emoji-Apps. Dieses Material wird auf einer Testleinwand projiziert und der performative Umgang damit experimentiert, der Prozess gefilmt. Diesen Schritten voran geht eine Konzeption der Testbilder mit den möglichen Interaktionen zwischen Video und Performerin. Desweiteren wird untersucht, inwiefern die Position in der Leinwand die Gesangstechnik einschränkt und wie dies bei der Komposition der Musik berücksichtigt werden muss. Technische Fragen wie das Verhindern des Einreißens der Leinwand an den Perforationsstellen u.a. müssen geklärt werden. In einer parallel erfolgenden theoretischen Recherche suche ich zu Inspiration und Abgrenzung nach Stücken, die mit ähnlichen Konzepten arbeiten, wie z.B. Samuel Becketts „Not I“.
Frauke Aulbert: Recherche, Bühnenbild, Kostüm, Video, Musik, Gesang, Performance
Frauke Aulbert
Frauke Aulbert ist Sopran, Stimmkünstlerin und Performance-Artist. Sie gilt als eine der aktivsten und vielseitigsten Performerinnen in der Neuen Musik. Ihre Arbeiten reichen vom Erforschen und Sammeln von Stimmen weltweit über die virtuose Interpretation musikalischer und performativer Kompositionen. Ihre eigenen Werke stehen in musikalisch-theatralem-performativen Kontext und fanden fanden (Ur-)Aufführung bei den Festivals Warschauer Herbst, Sommer in Stuttgart, Klang! Kopenhagen, Blurred Edges Hamburg, Resonant Bodies NYC, Átlátszó Hang Budapest etc. Aulbert erhielt u.a. den 1. Preis der Stockhausen-Stiftung und Künstlerresidenzen an der Cité des Arts Paris, Goethe Institut Rom, Akademie Schloss Solitude, und Villa Kamogawa Kyoto (2020). Sie studierte in Kiel, Santa Cruz de Tenerife und Hamburg, war Gründungsmitglied von u.a. Decoder Ensemble und kuratiert in der Elbphilharmonie Hamburg das „Festival für Immaterielle Kunst“. Parallel zum Gesang durchziehen zirzensische Künste, Tanz und Körperarbeit ihre Laufbahn.






